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IMSLP wieder auferstanden
Anlass zur Freude für Hobbymusiker: Das International Music Score Library Project (etwa “Projekt internationale Notenbibliothek”) ist wieder im Netz.
Wer die Geschichte nicht kennt: Dieses Projekt, das in der Art der Wikipedia mit Hilfe vieler Freiwilliger Noten gesammelt und ins Netz gestellt hat, hatte im Oktober 2007 auf juristische Drohgebärden des Verlags Universal Edition aus Österreich hin das komplette Angebot eingestellt.
Nun ist die juristische Sachlage ohnehin kompliziert genug - das Urheberrecht verfällt in Kanada, wo das Projekt beheimatet ist, eher als in Europa und die zentrale Frage ist: welche Schutzmechanismen, wenn überhaupt, muss ein Informationsanbieter vorsehen, um das Herunterladen von Informationen in ein Land zu verhindern, in dem das Urheberrecht für diese Informationen noch gilt? Diese Frage wurde aber durch Störfeuer verschiedenster Art vernebelt: In Einzelfällen hatte IMSLP auch gegen kanadisches Urherberrecht verstoßen. Universal Edition hatte zwar nicht verlangt, das komplette Angebot abzuschalten, sondern wahlweise besagte Schutzmechanismen gefordert oder alternativ eine sehr umfangreiche und teilweise fragwürdige Liste von Komponisten zu löschen verlangt, ohne sich mit Gründen und Details aufzuhalten und den IMSLP-Leuten war die Angelegenheit dann erst einmal zu brenzlig, so dass sie zum radikalen Mittel der Komplettsperre griffen. Die daraufhin offenbar zahlreich eingegangenen, teilweise sehr ungehaltenen Wortmeldungen trübten die Atmosphäre nachhaltig und Universal Edition war zumindest anfangs sehr bemüht, den Eindruck zu zerstreuen, es handle sich um das Klischee “böser Konzern gegen wohlmeinende Freiwillige”, wurde aber immer schweigsamer.
Nach Diskussionen mit Verantwortlichen von Wikipedia, dem Projekt Gutenberg, GNU und anderen offenen Gemeinschaftsprojekten und offenbar sogar mit der Unterstützung einiger Musikverlage hat IMSLP diese Woche feierlich wieder eröffnet. Ich verkneife mir jegliches Feixen und summe “viva, viva la musica!”.