13. 12. 2007

Heines 210. Geburtstag

Wer meint, dass die von Horst Köhler gescholtenen hohen Manager-Gehälter ein ganz aktuelles Problem seien, irrt. Heinrich Heine, dessen Geburtstag sich heute zum 210. Male jährt, belegte vor über 150 Jahren das Gegenteil.

Weil es außerdem so gut zu dem Schwall an Spendenaufrufen passt, der jährlich vor dem Fest der Liebe die Briefkästen flutet, möchte ich hier aus den Nachgelesenen Gedichte von 1845 - 1856 zitieren:

Gott versah uns mit zwei Händen,
Dass wir doppelt Gutes spenden;
Nicht um doppelt zuzugreifen
Und die Beute aufzuhäufen
In den großen Eisentruh’n,
Wie gewisse Leute tun -
(Ihren Namen auszusprechen
Dürfen wir uns nicht erfrechen -
Hängen würden wir sie gern.
Doch sie sind so große Herrn,
Philanthropen, Ehrenmänner,
Manche sind auch unsre Gönner,
Und man macht aus deutschen Eichen
Keine Galgen für die Reichen.)

Den Rest des vergnüglichen Gedichtfragments “Zur Teleologie” können Sie hier nachlesen.

Von gt unter • GesellschaftSprache
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